Der Evangelische Bund pflegt – auch durch sein Konfessionskundliches Institut – intensiv ökumenische Kontakte mit den protestantischen Kirchen in ganz Europa und begleitet in diesem Kontext auch regelmäßig theologische Dialoge. Der Evangelische Bund Österreich ist ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeit.

Europa ist eine immer stärker in vielen Lebensbereichen erfahrbare Realität. Aus dem Europa der zwölf ist heute das Europa der 27 Staaten geworden. Dies bedeutet einen großen Zuwachs an kulturellen und geschichtlichen Erfahrungen sowie an wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen. Die Kirchen tragen zur gesamteuropäischen Verständigung bei, auch über die Grenzen der EU bzw. der Beitrittsländer hinweg – sowohl bilateral als auch im Kontext der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und des Europarates.

Die Kirchengemeinden lutherischen, reformierten oder unierten Bekenntnisses und der Evangelisch-methodistischen Kirche verkündigen in allen EU-Mitgliedsländern Gottes Wort und spenden die Sakramente an Menschen protestantischen Glaubens – in vielen unterschiedlichen Traditionen und Sprachen. Die deutschsprachigen evangelischen Gemeinden an vielen Orten in Europa sind für viele im EU-Ausland lebende Deutsche Orte der Beheimatung wie der ökumenischen Offenheit. Hier gestalten Christinnen und Christen die Zusammengehörigkeit und die Verantwortung von  für ein Leben in Gerechtigkeit, Frieden und für die Bewahrung der Schöpfung mit. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) entsendet 68 Pfarrerinnen und Pfarrer in deutschsprachige Gemeinde und Gemeindegruppen in große Städte oder Tourismusgebiete im europäischen Ausland. Darüberhinaus bestehen Kontakte des Evangelischen Bundes direkt oder über die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) mit Sitz in Wien.

Der Evangelische Bund unterstützt die Theologinnenkonferenz Osteuropa. Diese Symposien fördern den Austausch mit wissenschaftlichen Theologinnen der Kirchen Osteuropas. Der Evangelische Arbeitskreis für Konfessionskunde in Europa (EAKE) tagt bereits seit 1962 jährlich in wechselnden europäischen Staaten, um die konfessionellen Fragestellungen der Kirchen in den verschiedenen Staaten zu thematisieren und Kontakte zu knüpfen.

Die Kirchen haben sich für die europaweiten Dialoge eigene Arbeitsplattformen geschaffen, mit denen der Evangelische Bund in vielen Formen Kontakte unterhält: Die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) in Brüssel, die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa – Leuenberger Kirchengemeinschaft – (GEKE) in Wien, den Rat der katholischen Europäischen Bischofskonferenz (CCEE). Über ihre Büros in Brüssel, Straßburg und St. Gallen halten sie Kontakt zu den europäischen Institutionen. Gemeinsame Leitlinie der Kirchen ist die 2001 verabschiedete Charta Oecumenica.