15 Dokumentation Deutsch-polnische TheologinnentagungDie Internationale Konferenz von Theologinnen in Ost- und Westeuropa dient dem geistlichen und wissenschaftlichen Austausch von Frauen des Evangelischen Bundes und Gustav-Adolf-Werkes mit Theologinnen und theologisch interessierten Frauen aus Osteuropa. Sie wird in Zusammenarbeit vom Evangelischen Bund, der Frauenarbeit des Gustav-Adolf-Werkes und der Frauen der Synodalkommission und Diakonie der Polnischen Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in diesem Jahr bereits zum vierten Mal durchgeführt. Die Konferenz findet alle zwei bis drei Jahre statt und behandelt theologische, soziologische und kulturwissenschaftliche Fragestellungen. Von Seiten des Evangelischen Bundes sind  Helga Taeger (Ansbach) und Susanne Wahl (Frankenbach) sowie Rosemarie Barth (Marburg) maßgeblich an der Planung und Durchführung beteiligt.
Speziell die Situation der voll ausgebildeten Theologinnen der Evangelisch-Augsburgischen (lutherischen) Kirche in Polen und die Rücknahme der Frauenordination in Lettland beschäftigt die Konferenz immer wieder. In beiden Kirchen werden Frauen mit abgeschlossenem Theologiestudium von bestimmten pfarramtlichen Aufgaben ausgeschlossen, insbesondere von der Gemeindeleitung und der Verwaltung des Altarsakraments. Für die übrigen Aufgaben werden sie schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen und haben somit auch eine wesentlich geringere soziale Absicherung. Während die polnische lutherische Kirche noch nie Frauen ordinierte, wurde die in Lettland 1975 eingeführte Frauenordination 1992 wieder ausgesetzt. Im Schlusswort der 2. Konferenz hielten die Teilnehmerinnen fest: „Den Kirchen fehlt eine entscheidende Dimension der Wirklichkeitswahrnehmung, solange sie Frauen von bestimmten Ämtern ausschließen.“ Die Konferenz bietet Theologinnen und an Theologie interessierten Frauen die Möglichkeit einer stärkeren Vernetzung untereinander und ist eine Inspiration für die weitere theologische Arbeit.

Die Dokumentation der Tagung hier nachlesen: 4.Internationale Theologinnenkonferenz

Die 4.Internationale Theologinnenkonferenz fand vom 15.-19. April 2015 in Sczcecin/Stettin statt zum Thema „Gemeinsam in Christus – gemeinsam in der Kirche“ (Mt 15,21-28)

3. Internationale Theologinnenkonferenz,
6.-10. Juni 2012 in Krakau, Polen

Auf der 3. Internationalen Theologinnenkonferenz in Krakau vom 6. bis 10. Juni 2012 arbeiteten die Teilnehmerinnen aus Polen, Deutschland, Russland und Tschechien an dem Thema „Alles steht mir frei, aber nicht alles baut auf (1. Kor. 10,23), Freiheit und Beliebigkeit – Schuld und Vergebung“. Die unterschiedlichen biografischen Zugänge und Kontexte ermöglichten neue Sichtweisen auf die paulinische Rede von Freiheit und Auferbauung der Gemeinde. Die Herausforderung, den eigenen Weg im Spannungsfeld von Freiheit und Bindung, von Gott gegebener Vollmacht und durch die Liebe zum Nächsten begrenzte Freiheit zu finden, prägte den Diskurs. Die Erfahrungen der Teilnehmerinnen in Seelsorge, Therapie und Gemeinde zeigen, dass nur da, wo Schuld wahrgenommen, erkannt und eingestanden wird, Heilung durch Vergebung möglich ist und Zukunft eröffnet. Die Verstrickung in Schuld als Opfer und Täter kann nur dann aufgelöst werden, wenn aus christlicher Liebe ein neuer Blick auf die Geschichte gerichtet wird. Aus heutiger Perspektive ist es unbedingt notwendig, sich in Kirche und Gemeinde darauf zu besinnen, dass Frauen und Männer gleichwertig und gleich würdig sind. (vgl. Gal 3, 28) Die Teilnehmerinnen bedauern, dass es in einigen lutherischen Kirchen immer noch nicht möglich ist, dass theologisch voll ausgebildete Frauen ordiniert werden. Die bisherigen drei internationalen Theologinnenkonferenzen haben gezeigt, wie wichtig die gemeinsame theologische Arbeit für die Frauen und ihre Kirchen ist. Vertrauen ist über Grenzen hinweg gewachsen und bestärkt die Teilnehmerinnen auf dem Weg ins gemeinsame Europa. Eine Fortsetzung der Konferenzen wird angestrebt.

2. Internationale Theologinnenkonferenz,
9.-13. September 2009 in Mikolajki, Polen

An der zweiten Internationalen Theologinnenkonferenz  im masurischen Mikolajki in Polen nahmen 30 Teilnehmerinnen aus Polen, Deutschland, Russland, Lettland und Brasilien teil. Das Thema „Wir haben selber gehört und erkannt “ (Joh 4,42) stand im Rahmen der Dekade zur Überwindung von Gewalt  und beschäftigte sich mit struktureller Gewalt in den Kirchen. Die polnischen und lettischen Theologinnen werden innerhalb ihrer lutherischen Kirchen trotz qualifizierter theologischer Hochschulausbildung nicht ordiniert. Die lutherischen Theologinnen in Polen warten seit langem darauf, ihre Berufung ganz leben zu können, während in der Lettischen Lutherischen Kirche die Ordination von Frauen 1975 eingeführt, aber 1992 wieder ausgesetzt wurde. Damit erleben die Frauen auch heute noch strukturelle Gewalt, wie sie über viele Jahrhunderte eine Frauenerfahrung im kirchlichen, auch protestantischen Bereich gewesen ist. Strukturelle Gewalt ist oft unsichtbar, lautlos, systemimmanent, auch nicht intendiert. Sie wird ausgeübt durch ungerechte gesellschaftliche und kirchliche Strukturen. Diese Konferenz stand im Rahmen der Dekade zur Überwindung von Gewalt (2001-2010), die durch den Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) angestoßen wurde. So wurden während der Konferenz auch verschiedene Projekte in Polen zu dieser Thematik vorgestellt.

2. Theologinnenkonferenz_2009_Schlussdokument

1. Internationale Theologinnenkonferenz,
September 2007 in Sorkwity/Polen

Im September 2007 fand die erste Internationale Theologinnenkonferenz in Sorkwity/Polen mit dem Thema „Maria und Martha – Begleiterinnen auf dem Weg zu theologischer Sprachfähigkeit und Handlungskonferenz“ statt. Für die polnischen Theologinnen war es das erste Mal, sich grenzübergreifend als Theologinnengruppe zu begegnen und gemeinsam theologisch zu arbeiten.

Ansprechpartnerin

Helga Taeger
Vorstand EB Bayern