Hinweis: Der nächste Albert-Pellens-Preis wird voraussichtlich im Herbst 2019 ausgeschrieben.


Ausschreibung des Albert-Pellens-Preis 2018

Die Frage, wie die christlichen Konfessionen bewusster und besser aufeinander zugehen und miteinander leben können, ist heute eine elementare Frage der theologischen Existenz. Diese setzt den Erwerb von Wissen um andere Konfessionen und ihre Eigenheiten voraus und bringt dann die Notwendigkeit mit sich, Unterschiede zur eigenen konfessionellen Position differenzsensibel wahrzunehmen und schließlich theologisch fundiert zu bewerten. All dies ist unverzichtbare Grundlage für den ökumenischen Dialog.

Der Evangelische Bund fördert in diesem Sinne gestaltetes theologisches Arbeiten. Mit der Ausschreibung des Albert-Pellens-Preises will der Evangelische Bund Hannover Studierende aller theologischen Studiengänge sowie Vikarinnen und Vikare zur Mitarbeit an dieser Aufgabe gewinnen.

Mit dem Studienpreis werden jährlich theologische Arbeiten aus allen theologischen Disziplinen ausgezeichnet,

  • die sich im genannten Sinne anderen Konfessionen zuwenden oder konfessionsvergleichende Studien bieten,
  • die sich Fragestellungen der ökumenischen Bewegung in historischer oder systematischer Hinsicht widmen,
  • die sich im Blick auf die weltweite Ökumene mit der Situation von Christinnen und Christen in anderen Kontexten theologisch auseinandersetzen
  • oder die sich mit der Vermittlung von konfessionellen und ökumenischen Fragestellungen in Gemeinde und Unterricht beschäftigen.

Albert Pellens (1893-1967)

Hiermit wird der Albert-Pellens-Preis 2018 für theologische Arbeiten aus dem Bereich der Konfessionskunde und des ökumenischen Lernens ausgeschrieben.

Ausschrieben werden drei Preise:
ein 1. Preis mit einem Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro,
ein 2. Preis mit einem Preisgeld in Höhe von 750 Euro und
ein 3. Preis mit einem Preisgeld in Höhe von 500 Euro.
Die Auswahljury behält sich Modifikationen in der Preisverteilung vor.

Allen Studierenden bzw. Vikaren/-innen, die eine Arbeit einreichen, wird zudem zwei Jahre lang der »Materialdienst« des Konfessionskundlichen Instituts Bensheim und das Mitgliedermagazin des Evangelischen Bundes »Evangelische Orientierung« kostenfrei zugesandt.

Bewerben können sich alle Pfarramtsstudierende, die auf der Liste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers stehen, sowie alle Studierende eines Lehramtsstudiengangs Evangelische Theologie/Religionslehre und alle Studierende des Studiengangs Magister Theologiae, die an einer niedersächsischen Universität eingeschrieben sind. Bewerben können sich ferner alle Vikarinnen und Vikare der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Die einzureichende Arbeit muss als Hauptseminar-, Bachelor-, Master-, Magister- oder als Hausarbeit im Rahmen des Ersten oder Zweiten Theologischen Examens vorgelegt und angenommen worden sein. Ihre Fertigstellung darf zum Zeitpunkt der Abgabe nicht länger als 18 Monate zurückliegen. Jede Arbeit darf nur einmal eingereicht werden.

Bitte senden Sie Ihre Arbeit – sowohl einfach in gedruckter Form als auch elektronisch (pdf-Datei) – sowie einen kurzen Lebenslauf und eine knappe Zusammenfassung Ihrer Arbeit (zusammen nicht mehr als zwei DIN A4-Seiten) an: Evangelischer Bund Hannover, Geschäftsführung, Rudolphiweg 12, 33102 Paderborn. Die elektronische Fassung der Arbeit senden Sie bitte an ulrich.noetzel@evangelischer-bund.de

Abgabeschluss: 31. Januar 2018


Gelingende Ökumene braucht gründliche Theologie

Albert-Pellens-Preise 2017 an theologischen Nachwuchs verliehen

Am Samstag, 23. September wurden die Albert-Pellens-Preise des Evangelischen Bundes (EB) Hannover verliehen. Mit diesem Hochschulpreis werden herausragende Studienarbeiten aus dem Bereich der Evangelischen Theologie gewürdigt, die das ökumenische Verständnis zwischen den Kirchen fördern und der Klärung der je eigenen konfessionellen Position dienen. Der Vorstand des Landesverbandes EB Hannover hatte dazu in die Begegnungsstätte der katholischen City-Arbeit [ka:punkt] in der Innenstadt eingeladen.
Neben der diesjährigen Preisträgerin und dem Preisträger, vielen Angehörigen und Freunden sowie zahlreichen Mitgliedern des EB nahm auch Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann an der Feier teil. Der leitende Geistliche betonte, dass evangelisches Profil und ökumenische Ausrichtung kirchlichen Handelns immer zusammengehörten. Für ihn sei die Veranstaltung im katholischen ka:punkt ein besonders schönes ökumenisches Ereignis:»Bei der Verleihung der Albert-Pellens-Preise für den theologischen Nachwuchs bin ich sehr gerne dabei. Gerade weil damit Studierende ausgezeichnet werden, die sich mit dem Zusammenleben der christlichen Konfessionen auseinandersetzen.«
Über eine Auszeichnung, verbunden mit einem Preisgeld in Höhe von 500 Euro, konnte sich Lisa Lambers aus Osnabrück freuen. Die Lehramtsstudentin mit den Studienfächern Evangelische Theologie und Anglistik hatte ihre Bachelorarbeit einer altreformierten Katechismusauslegung aus der Zeit des Nationalsozialismus gewidmet. Motivation war ihre eigene konfessionelle Herkunft. Die angehende Lehrerin stammt aus einer altreformierten Kirchengemeinde in der Grafschaft Bentheim. So untersuchte Lambers anhand von Egbert Kolthoffs »Kurzer Erklärung des Heidelberger Katechismus« aus dem Jahr 1937 die Haltung der Evangelisch-altreformierten Kirche zum Nationalsozialismus.
Eine weitere Auszeichnung, dotiert mit 750 Euro, ging an Mathias Hartewieg. Der gebürtige Bad Harzburger hatte sich mit einer theologischen Hauptseminararbeit im Fach Historische Theologie beworben. Hartewieg, der jüngst das Erste Theologische Examen bestanden hat, analysierte Martin Luthers Verständnis der Bibel. Grundlage waren Quellen der Jahre 1520 bis 1525. Dabei zeigte sich, dass Luthers Schrifthermeneutik wesentlich von ihrem historischen Kontext und den theologischen wie kirchenpolitischen Entwicklungen der Zeit geprägt sei. Luther könne als »im besten Wortsinn radikaler biblischer Theologe« beschrieben werden. Seine Konzentration auf die Schrift als Maßstab theologischer Urteilsbildung sei dabei wegweisend für die evangelischen Kirchen und Theologien durch die Jahrhunderte geworden, fasste der Nachwuchstheologe zusammen.
Beide Preisträger präsentierten ihre Forschungsergebnisse im Rahmen der festlichen Preisverleihung. Der Vorsitzende der Jury, Alexander Dölecke (Osnabrück), betonte in seiner Rede die Bedeutung der theologischen Wissenschaft: »Wenn Ökumene wirklich gelingen soll, dann braucht es eine gründliche Theologie.« Die ausgezeichneten Arbeiten seien hervorragende Beispiele, wie detailliertes Arbeiten an theologischen Quellen die Kenntnis der eigenen Konfession fördere und so die notwendigen Grundlagen für ein ökumenisches Gespräch auf Augenhöhe gelegt werden könnten.
Der Albert-Pellens-Preis wird seit 1991 verliehen; er ist nach dem ehemaligen Superintendenten des Kirchenkreises Hameln-Pyrmont benannt. Pellens stand als langjähriger Vorsitzender des EB Hannover exemplarisch für eine tiefe Verbindung intensiver theologischer Arbeit und ökumenischer Begegnung.

Von links nach rechts: Alexander Dölecke, der Vorsitzende des Preiskomitees, Lisa Lambers (Preisträgerin), Mathias Hartewieg (Preisträger), TIna Meyn, Vorsitzende des EB Hannover.

Ansprechpartner

Ulrich Noetzel
Generalsekretär des Evangelischen Bundes / Geschäftsführer des EB Hannover

Telefon

05251.6880727