Foto/Montage Hans Genthe

Was sagt ein Imam eigentlich bei einer Beisetzung? Und sprechen Juden vom selben Himmel wie Christen? Der Evangelische Bund Hessen wollte es wissen und hat junge Geistliche aus den drei Weltreligionen zur „Begegnung junger Geistlicher“ eingeladen. Ein erstes Treffen zu diesem Trialog fand am 10. April 2019 in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie Frankfurt statt. Mit dieser bisher einmaligen Veranstaltung wollen die Veranstalter das gegenseitige Verständnis und die Toleranz junger Geistlicher der drei monotheistischen Religionen fördern.

Die jungen Geistlichen aus Judentum, Islam und Christentum sprachen über ganz praktischen Erfahrungen ihres Berufseinstieges. Der jüdische Kantor Daniel Kempin leitete die musikalischen Themen an, denn die jungen Geistlichen wollten nicht nur über Musik reden, sondern sie wollten auch miteinander singen und Musik hören. Denn Musik gibt es nicht nur in den Kirchen, sondern ebenso in den Moscheen und Synagogen. Propst Oliver Albrecht begrüßte die jungen Geistlichen bei dieser gemeinsamen Veranstaltung des Evangelischen Bundes Hessen und der Evangelischen Akademie Frankfurt. 

Der Trialog „Begegnung junger Geistlicher“ soll als ein innovatives Format der interreligiösen Kommunikation mit bundesweitem Alleinstellungsmerkmal fortgesetzt werden. Denn im Gegensatz zu interreligiösen Begegnungsformaten während der Studienzeit oder auch während der praktischen Ausbildungs- bzw. Vorbereitungsphase, für das einige Angebote existieren, wird die Begegnung in den ersten Jahren der Berufspraxis bisher noch nicht in professioneller, institutionalisierter Weise wahrgenommen.

Die jungen Geistlichen werden zu den strukturellen Parallelen ihrer berufsbiografischen Situation angesprochen und zu einer gemeinsamen Reflexion ihrer konkreten beruflichen Praxis sowie ihrer damit verbundenen professionellen Rollen eingeladen. Aus intensiver dialogischer bzw. trialogischer Begegnung kann ein prägendes Erlebnis werden, das – so die mit dem Projekt verbundene Hoffnung – über die gesamte Berufsbiografie hinweg zu einer interreligiösen Gesprächsbereitschaft führt. Das Projekt bildet damit einen wesentlichen Baustein der Extremismusprävention und dient zugleich der Stärkung des demokratischen Gemeinwesens.

Video über die Begegnung junger Geistlicher

Ansprechpartnerin

Dr. Juliane Schüz
Vorstand EB Hessen