Der Evangelische Bund Westfalen und Lippe führt regelmäßig Veranstaltungen durch. Neben einer jährlichen Landesversammlung für alle Mitglieder findet zum Jahresende der traditionelle Martinsempfang statt. Auch Studientage gehören zum Programm.

 

Berichte vergangener Veranstaltungen


Jungpoeten machen das Maul auf

Der Evangelische Bund Westfalen und Lippe veranstaltete im Jahr 2017 in Kooperation mit anderen Trägern verschiedene Poetry Slams.  Einer davon fand in Lemgo statt

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Poetry Slams in Lemgo zusammen mit Vertretern des EB Westfalen und Lippe. (Foto: Lippische Landeskirche)

Wortgewaltig ging es zu beim Poetry Slam „Mach’s Maul auf“ im Innenhof von Schloss Brake bei Lemgo. Sechs junge Poeten lieferten sich mit ihren Texten über Gott und die Welt, gesellschaftliche Entwicklungen und den Mikrokosmos des eigenen Lebens spannende Duelle. Am Ende setzte sich Jason Bartsch aus Bochum durch.

Ein Poetry Slam ist ein Vortragswettbewerb, in dem die Teilnehmer in einer begrenzten Zeit selbstverfasste Texte vortragen und anschließend mit einer Applaus- oder Punktewertung durch das Publikum beurteilt werden. Unter dem Motto des Luther-Zitats „Mach’s Maul auf“ fand im Jahr 2017 in vielen Landeskirchen ein Poetry Slam zum Reformationsjubiläum statt. Neben dem Evangelischen Bund Westfalen und Lippe wurde diese Veranstaltung getragen von der Lippischen Landeskirche, dem Ev. Erwachsenenbildungswerk Westfalen und Lippe, dem Weserrenaissance-Museum Schloss Brake, dem Landesverband Lippe, der Agentur LUUPS/Science-slam.com und „WortLautRuhr“.

Unter der Moderation des Poetry-Slam-Meisters Marc-Oliver „Katze“ Schuster standen sich die sechs Teilnehmer im K.O.-System gegenüber. Berit Kruse stellte bei ihren Beobachtungen zur „Welt in Klein und Groß“ nachdenklich fest: „Warum weint man, wenn man sich von einem Freund trennt, aber nicht, wenn 1200 Kilometer entfernt ein Krieg brennt?“ Es war dann aber der Kölner Sulaiman Masomi, der sich in diesem Duell knapp durchsetzte. Zynisch spielte der „Selbstwortattentäter“ den oft beschworenen „Untergang des Abendlandes“ durch. Die Islamisierung habe zu einer „Allahgie“ geführt, auch er müsse „den Sprengstoffgürtel enger schnallen“. Im Finale bewies Masomi mit seiner Inszenierung des „Hohen Rats der Sprache“ erneut Einfallsreichtum: Da unterstellte der Euphemismus der Hyperbel die Untertreibung und verharmloste den im Rollstuhl sitzenden Genitiv als Kollateralschaden des Dativs, während ihn die rhetorische Frage fragte, ob er den Sachverhalt beschönige – Platz 2 in der Endabstimmung.

Die Begegnung des Bochumers Yannick Steinkellner mit der „Dame hinter dem Computer“ blieb derweil chancenlos gegen die aberwitzigen Gedanken des ursprünglich auf einer nicht näher definierten Nordseeinsel geborenen Wahl-Paderborners Jörn Matjes zur Kunst des Lügens, denen er im Finale eine Liebeserklärung mit überraschender Wendung folgen ließ: wie sich herausstellte, galten lyrische Glanzpunkte wie „Du bist alle Hauptrollen im Film, der alle Oscars gewinnt, ich bin der Statist in der Szene, die es nicht durch den Schnitt schafft“ einer Katze.

Im dritten Duell erklärte der ehemalige Lemgoer und jetzige Hildesheimer Martin Frank mit Hilfe eines Alter Ego als Biber „Hummelsberger“, warum es vorkomme, dass er bisweilen verschiedenfarbige Socken trage. Die für seine kleinen Neffen und Nichten gedachte Erzählung funktionierte auch beim erwachsenen Publikum – gegen den späteren Sieger Jason Bartsch reichte es jedoch nicht. Sowohl mit der die Traumata seiner Kindheit und Jugend verarbeitenden Abhandlung „Im Kleinen fängt es an, im Großen hört es auf“ als auch in der Auseinandersetzung mit der Redewendung „Fünfe grade sein lassen“ im Finale gefiel der Bochumer mit brillantem Wortwitz, der zudem mit Gesellschaftskritik gepaart war.


Studientag „Hier stehe ich – Glaube, Bekenntnis, Theologie“

Hauptvortrag Prof. Dr. Dietrich Korsch. (Foto: Privat)

Die Landesverbände Westfalen-Lippe und Rheinland veranstalteten gemeinsam mit dem Ökumenischen Institut der Ev.-theol. Fakultät der Universität Bonn am 2. und 3. Dezember 2016 einen Studientag zum Thema „Hier stehe ich – Glaube, Bekenntnis, Theologie“ und nahm damit das Reformationsjubiläum auf.

Der Studientag wurde von jungen Mitgliedern der beiden Landesverbände konzipiert und mit organisiert. Zwei kundige Vorträge des Freitagnachmittags stammten von jungen Wissenschaftlern aus den Reihen des EB: Dr. Richard Janus, Universität Paderborn, stellvertretender Vorsitzender des EB Rheinland, präsentierte „Eine Kulturgeschichte des Bekennend von Augustinus bis Nina Hagen“. Gregor Bloch, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Marburg und kooptiertes Vorstandsmitglied des EB Westfalen und Lippe, sprach zum Thema „Konfession und Identität. Die Bedeutung des Bekenntnisses im lutherischen und reformierten Protestantismus“. Der zentrale Vortrag des Tages stammte von Prof. emeritus Dr. Dietrich Korsch, Systematischer Theologe aus Marburg, der ausgehend von Luthers Freiheitsschrift kreativ Gedanken zu einer anthropologischen Theologie entfaltete.

Am Samstag erfolgte der Besuch der griechisch-orthodoxen Metropolie in Bonn-Beuel, das Zentrum der griechisch-orthodoxen Kirche in Deutschland. Der dortige Gemeindepfarrer, Vater Sokrates Ntallis, zeigte den Anwesenden die Kathedrale mit ihrem kostbaren Bildprogramm und führte in die Schönheit der orthodoxen Liturgie und Theologie ein. Wertvoll waren seine Informationen zu aktuellen Herausforderungen der orthodoxen und altorientalischen Kirchen angesichts der Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und der Immigration aus Griechenland, die ihr Land aufgrund der Wirtschaftskrise verlassen müssen und nun in Deutschland eine neue Heimat suchen.

 

Der Landesverband plant zur Zeit keine Veranstaltung.
Informationen über Veranstaltungen anderer Verbände.