Papst Franziskus hat den Trierer Generalvikar Georg Bätzing zum neuen Bischof von Limburg ernannt

Papst Franziskus hat den Trierer Generalvikar Georg Bätzing zum neuen Bischof von Limburg ernannt

Der 55-Jährige folgt damit auf Franz-Peter Tebartz-van Elst, der vor mehr als zwei Jahren im Zuge der Finanzaffäre um das neue Bischofshaus vom Amt zurücktrat. Bätzings Ernennung durch Papst Franziskus wurde am Freitag zeitgleich im Vatikan, in Limburg und in Trier bekanntgegeben. Wann Bätzing zum Bischof geweiht und in sein neues Amt eingeführt wird, steht noch nicht fest. Ebenfalls noch nicht bekannt ist, ob er im Bischofshaus auf dem Limburger Domberg wohnen wird. Der unter Regie von Tebartz-van Elst realisierte Bau war bundesweit unter anderem wegen der Kosten in Höhe von 31 Millionen Euro in die Schlagzeilen geraten.

Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Volker Jung, hat die Besetzung des Bischofsstuhls in Limburg mit dem Trierer Generalvikar Georg Bätzing ausdrücklich begrüßt. „Wir sind mit dem Bistum Limburg glücklich, dass eine aufreibende und schwierige Zeit des Wartens nun endlich beendet ist“, sagte Jung. Er freue sich auf die Zusammenarbeit mit einem katholischen Theologen, der „die Region gut kennt“ und der sich bisher in Trier bereits für ökumenische Belange beispielsweise bei der sogenannten Heilig-Rock-Wallfahrt stark gemacht habe. Am Freitag (1. Juli) war die Ernennung Bätzings zum neuen Limburger Bischof bekannt gegeben worden. Das Bistum liegt überwiegend auf dem Gebiet der hessen-nassauischen Kirche. Jung hoffe, dass für den neuen Bischof „die Ökumene ein Herzensanliegen“ bleibt. Er betonte, dass beide Kirchen darauf aufbauen könnten, dass „vielerorts ein gutes und lange bewährtes ökumenisches Miteinander gelebt wird“. Für den Kirchentag 2021 in Frankfurt habe Jung die große Hoffnung, dass er ökumenisch werden könne. „Es wäre ein Signal für eine starke Ökumene und einen lebendigen christlichen Glauben, der weit in die Gesellschaft hinein strahlen könnte“, erklärte er. Zudem sei die Ökumene auch im bevorstehenden Gedenkjahr der Reformation von Bedeutung, die 2017 genau 500 Jahre zurückliegt. Jung: „Wir wollen das Reformationsjubiläum 2017 nicht konfessionell verengt und nicht national feiern. Wir wollen es feiern mit weitem Horizont – ökumenisch und international.“

Domdekan Günter Geis sprach im Limburger Dom von einem „Freudentag für das Bistum“. In einer ersten Reaktion dankte Bätzing für das entgegengebrachte Vertrauen. Zugleich sagte er: „Ich habe immer im Team gearbeitet und kann mir das auch eigentlich gar nicht anders vorstellen, als dass man Auftrag und Amt in der Kirche gemeinsam vollzieht und gemeinsam ausübt.“ Glückwünsche erhielt Bätzing nicht nur von Kirchenvertretern sondern auch von einer nahen Verwandten aus der Politik. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, nannte Bätzing einen Seelsorger, der die Menschen ansprechen könne, „Gläubige wie Suchende, über die Generationen hinweg“. Weiter erklärte Marx: „Nach den schweren Zeiten für das Bistum Limburg, das durch die öffentlichen Debatten wegen mancher Fehlentscheidungen in der Leitung und des damit verbundenen menschlichen Versagens tief gezeichnet ist, bin ich dankbar, dass Du zur Wahl durch das  Domkapitel Ja gesagt hast und Dich der neuen Verantwortung stellst.“
Der Trierer Bischof Stephan Ackermann sagte, Limburg bekomme „einen ausgezeichneten Bischof“, der „menschlich warmherzig, verbindlich und klar zugleich“ sei. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki sprach von einem „Tag der Zuversicht“. Lange habe Limburg auf einen neuen Bischof gewartet. Der Kölner Erzbischof ist Metropolit der Rheinischen Kirchenprovinz, zu der auch das Bistum Limburg gehört.
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) wünschte Bätzing „viel Kraft und Gottes Segen“ für das neue Amt. Die Organisation „Wir sind Kirche“ äußerte die Hoffnung auf einen „kooperativen Leitungsstil“. Ein wichtiger Schritt dazu könne „die baldige Einberufung einer Diözesansynode über den zukünftigen Weg des Bistums Limburg sein, so wie sie vor kurzem im Bistum Trier beendet worden ist“.
Glückwünsche erhielt der künftige Bischof auch von seiner Cousine, der SPD-Politikerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Die ganze Familie freue sich riesig, sagte die rheinland-pfälzische Sozialministerin. Ihr Cousin sei ein „sehr offener, bodenständiger und ruhiger Mensch, der für diese schwierige Aufgabe genau das richtige Fingerspitzengefühl hat“.
Bätzing wurde 2012 vom Trierer Bischof Ackermann zum Generalvikar ernannt. Ein Generalvikar leitet ein Bistum im Bereich der Verwaltung. In Limburg wird Bätzing die Amtsgeschäfte von Weihbischof Manfred Grothe übernehmen. Der 77-Jährige verwaltet seit dem Rücktritt von Tebartz-van Elst als Apostolischer Administrator übergangsweise das Bistum. Bätzings Nachfolger als Generalvikar in Trier wird Ulrich Graf von Plettenberg (51).

kna / KA