Der Theologe und Ökumeniker Karl-Heinz Dejung starb im Alter von 75 Jahren

Der Theologe und Ökumeniker Karl-Heinz Dejung starb im Alter von 75 Jahren

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) trauert um Karl-Heinz Dejung, den früheren Leiter ihres Zentrums für Mission und Ökumene. Er sei in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli im Alter von 75 Jahren in Mainz gestorben, teilte die EKHN mit. Die Trauerfeier finde am Mittwoch, 27. Juli 2016, um 13 Uhr auf dem Hauptfriedhof in Mainz statt.

Kirchenpräsident Volker Jung würdigte Dejung als „große Persönlichkeit der weltweiten Ökumene“. Der Verstorbene habe viele Jahre lang den ökumenischen Kurs der EKHN maßgeblich mitbestimmt und habe dabei seinen großen Erfahrungsschatz eingebracht. „Im persönlichen Kontakt war er freundlich, zugewandt, stets dialogfähig und verband dies mit einer klaren friedensethisch profilierten Haltung.“

Detlev Knoche, der aktuelle Leiter des „Zentrums Oekumene“ von EKHN und kurhessischer Kirche, erinnerte an Dejungs Einsatz für den Frieden bei den Blockaden der Cruise-Missiles-Station 1987 in Hasselbach/Pfalz und an seine langjährige regelmäßige Mitarbeit im Mainzer Weltladen. Reden und Handeln seien glaubhaft gewesen. „Er hat eine belastbare Brücke zwischen seiner Kirche und vielen friedenspolitischen Aktions- und entwicklungspolitischen Basisgruppen geschlagen“, sagte Knoche.

Zu Dejungs Themen gehörten auch der Kampf gegen das Apartheitsregime in Südafrika, das Engagement für Frieden und Abrüstung, der Dialog mit der Pharmaindustrie, nachhaltige Entwicklung, eine „Ökonomie des Genug“ und ethisch verantwortbare Prinzipien für die Finanzanlagen der Kirchen.

Dejung leitete das Amt für Mission und Ökumene der EKHN von 1995 bis 2004. 1999 übernahm er zusätzlich für eine Übergangszeit das Referat „Ökumenische Dienste“ im Diakonischen Werk in Hessen und Nassau. In Dienheim am Rhein geboren, studierte Dejung von 1961 bis 1966 Theologie in Mainz und in Heidelberg. Von 1968 bis 1973 war er an der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg tätig. Anschließend arbeitete der promovierte Theologe in der ökumenischen Forschungsgruppe „Ecumenical Research Exchange“ in Rotterdam. 1978 wechselte er an das „Seminar für Kirchlichen Dienst in der Industriegesellschaft“ der Gossner-Mission in Mainz.

(epd lmw fu)