16 Papst trifft MethodistenPapst Franziskus will eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Katholiken und den protestantischen Methodisten. In der Welt von heute, „die durch viel Schlechtes verletzt“ werde, sei es nötiger denn je, als Christen gemeinsam die Frohe Botschaft zu verkünden, sagte der Papst am 7. April 2016 im Vatikan vor einer Delegation des Weltrats der Methodisten. Franziskus betonte, die Unterschiede, die es noch zwischen beiden Konfessionen gebe, könnten und müssten Impulse zur Reflexion und für den weiteren Dialog sein.
Der Papst rief dazu auf, „das Möglichste zu tun, damit die Mitglieder unserer Pfarrgemeinden einander regelmäßig begegnen, sich über einen fruchtbaren Austausch kennenlernen und gegenseitig zur Suche nach dem Herrn und seiner Gnade ermutigen“, und stellte in diesem Zusammenhang fest: „Katholiken und Methodisten haben in Bezug auf das Verständnis der Heiligkeit und den Versuch diese zu leben viel voneinander zu lernen.“
Bezüglich des Priesteramts oder bei einigen ethischen Fragen gebe es noch viel zu tun, so der Papst. Die vorhandenen unterschiedlichen Ansichten seien jedoch kein Hinderungsgrund, „die Welt auf die gleiche Weise zu lieben“. Katholiken und Methodisten sollten gemeinsam und konkret in den unterschiedlichsten karitativen Bereichen zusammenarbeiten. „Wenn wir gemeinsam denen dienen, die Hilfe brauchen, wächst unsere Gemeinschaft.“
Franziskus sprach zudem seine Glückwünsche für das am Vortag in Rom eröffnete Ökumenische Zentrum der methodistischen Kirchen aus. Dies sei ein besonderer Ausdruck des gemeinsamen Wunsches, die Dinge zu überwinden, die eine völlige Einheit verhinderten. Der Papst erinnerte auch daran, dass es bereits seit fast 50 Jahren eine gemeinsame Kommission für theologische Fragen gebe. Bereits der englische Theologen und Gründer der protestantischen Bewegung der Methodisten John Wesley schrieb in einem „Brief an einen römischen Katholiken“: Katholiken und Methodisten sind dazu berufen, einander „gegenseitig in allen Dingen zu helfen … die zum Reich führen. …Auch wenn wir noch nicht in allen Belangen die gleiche Auffassung vertreten können, können wir zumindest gleich lieben.“
An der Eröffnungsfeier des Zentrums in der methodistischen Kirche Sant‘Angelo nahmen auch Vertreter des Vatikan und der anglikanischen Kirche teil. Das neue „Methodist Ecumenical Office Rome“ solle zu einem „Ort des Dialogs, des Studiums und der  Gastfreundschaft im Dienst der Einheit der Christen“ werden und die methodistische Präsenz in Rom stärken, hieß es.

(kna-Ökumenische Informationen/KA)