Religion in der Therapie – notwendige Ergänzung oder gefährliche Grenzüberschreitung? Wissenschaftliche Medizin folgt – aus gutem Grund – rationalen Kriterien. Religion hat dort also nichts verloren. Oder doch? In der Forschung wird zunehmend der Wert der Spiritualität von Patienten für Heilungsprozesse neu bedacht. Heilungserwartungen spielen für die Gesundung eine erhebliche Rolle. In der christlichen Pfingstbewegung nimmt der Glaube an übernatürliche Heilungen einen festen Platz ein.

Welche Hilfen z.B. im Umgang mit Leid, Schmerz und Trauer kann eine religiöse Verankerung bieten? Und stimmt der weit verbreitete Glaubenssatz „Hauptsache Gesund“ wirklich? Für chronisch Kranke kann es wichtig sein zu erfahren, dass Heil auch ohne vollständige Heilung möglich ist. In welchem Verhältnis stehen das Handeln der Ärzte und das Gebet für Kranke?

Auf der anderen Seite gibt es insbesondere im alternativmedizinischen Bereich Therapiekonzepte, die mit starken weltanschaulich-religiösen Konnotationen versehen sind. Wie stark darf eine religiöse Überzeugung der Therapeuten in die Therapie einfließen? Was geschieht mit Patienten, deren Probleme mit dämonischen Wirkungen erklärt werden? Was bedeutet es, wenn religiöse Erlösungswege als gymnastische Gesundheitsübungen rezipiert werden oder umgekehrt säkulare Ernährungskonzepte religiöse Strukturmerkmale hervorbringen und Heilbringend sein sollen.

Die Jahrestagung

Jährlich organisiert der Evangelische Bund in Zusammenarbeit mit einem Landesverband eine Tagung (traditionell auch „Generalversammlung“ genannt) zu aktuellen Themen aus Theologie und Gesellschaft. Im Oktober 2020 ist diese Tagung in Dresden.

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