MdL Birgit Heitland, Christian Schad, Präses Ute Gölz, Pfarrerin Beatrice Northe. Foto: Tanja Noé

Bereits zum zweiten Mal war der Kreisverband Bergstraße des Evangelischen Arbeitskreises der CDU in Hessen unter der Leitung von Albert Herrmann zu Gast im Wolfgang-Sucker-Haus in Bensheim. Hier ist das Konfessionskundliche Institut des Evangelischen Bundes untergebracht, das der spätere Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Wolfgang Sucker, 1947 gründete. Gastgeber waren entsprechend der Präsident des Evangelischen Bundes, Kirchenpräsident i.R. Dr. h.c. Christian Schad, sowie der Catholica-Referent des Instituts, Pfarrer Martin Bräuer D.D. Auf Wunsch des Evangelischen Arbeitskreises der CDU stand inhaltlich das Thema „Gemeinsam am Tisch des Herrn. Evangelisch-katholische Annäherungen“ im Zentrum der Begegnung.

Pfarrer Martin Bräuer begrüßte die Anwesenden, indem er die Arbeit des Konfessionskundlichen Instituts vorstellte. Die hier betriebene, wissenschaftlich fundierte Pflege des ökumenischen Dialogs sei in einer Zeit, in der in unserem Land die Säkularisierung der Gesellschaft fortschreite und gleichzeitig das religiöse Feld sich immer stärker ausdifferenziere, umso wichtiger. „Den Nächsten kennen wie sich selbst“, so das Motto des Instituts, bilde die unverzichtbare Voraussetzung für ein fruchtbares Miteinander der unterschiedlichen christlichen Konfessionen.

In seinem Vortrag „Gemeinsam am Tisch des Herrn“ ging Präsident Christian Schad dann zunächst auf das gemeinsame evangelische Abendmahlsverständnis ein, wie es in der Leuenberger Konkordie von 1973 beschrieben sei. Dieses begründe die seither bestehende Abendmahlsgemeinschaft zwischen lutherischen, reformierten und unierten evangelischen Christinnen und Christen. Danach sei es die gemeinsame Überzeugung aller evangelischen Konfessionen, dass Jesus Christus Gastgeber des Abendmahls und zugleich auch die Gabe sei, die im Mahl durch sein verheißendes Wort unter Brot und Wein gegeben und so den Gästen gegenwärtig werde.

Da Jesus Christus der zum Mahl Einladende sei und sich uns darin selbst schenke, laden in seinem Namen, so Christian Schad, die evangelischen Kirchen alle getauften Christinnen und Christen zum Abendmahl ein und praktizieren somit „eucharistische Gastfreundschaft“ bzw. „Gastbereitschaft“.

Das 2020 veröffentlichte Votum des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen mit dem Titel „Gemeinsam am Tisch des Herrn“, auf das Präsident Schad in seinem Vortrag sodann einging, sieht aufgrund der inzwischen erreichten evangelisch-katholischen Annäherungen sowohl im Blick auf das  Verständnis des Abendmahls bzw. der Eucharistie als auch hinsichtlich des kirchlichen Amtes die Praxis der wechselseitigen Teilnahme an den Feiern von Abendmahl/Eucharistie in Achtung der je anderen liturgischen Traditionen als theologisch begründet an.

EAK CDU Bergstraße. Foto: Tanja Noé

In der sich anschließenden regen Diskussion unter den Teilnehmenden wurde die gegenseitige eucharistische Gastfreundschaft zwischen Protestanten und Katholiken, wie sie seit 2023 etwa im Bistum Osnabrück als gelebte Praxis auch von katholischer Seite offiziell bejaht wird, ausdrücklich gut geheißen. V.a. die zunehmende Zahl konfessionsverbindender Ehen und Familien sowie die sich daraus ergebenden pastoralen Herausforderungen drängten auf weitere ökumenische Öffnungen und Fortschritte.

Als Abschluss des Abends wurde zu einem gemeinsamen Imbiss eingeladen, bei dem der persönliche Austausch untereinander im Mittelpunkt stand. Einmütiges Resümee dieser in jeder Hinsicht gelungenen, konstruktiven Begegnung war es, auch im kommenden Jahr das theologische Gespräch im Wolfgang-Sucker-Haus fortzusetzen.

CS/TN

Ansprechpartner

Dr. h.c. Christian Schad
Präsident Evangelischer Bund e.V.