Superintendent Weiland

Superintendent Mag. Paul Weiland ✝

Mit der Evangelischen Kirche A.B. und dem Evangelischen Bund in Österreich trauert auch der Evangelische Bund in Deutschland um Paul Weiland, den am 16. August in St. Pölten plötzlich verstorbenen Superintendenten der Diözese Niederösterreich. Der auch als Obmann des Evangelischen Bundes wirkende Theologe und Publizist wurde 65 Jahre alt und starb an einem Herzversagen. Weiland ist am 14. September 1949 in Rottenmann in der Steiermark als Pfarrerssohn geboren und im südlichen Burgenland aufgewachsen. Nach der Ordination 1979 wirkt er als Pressepfarrer der Evangelischen Kirche A. und H.B. in Österreich sowie bis 1998 als Geschäftsführer des Presseverbandes und verantwortete in diesen Jahren als Chefredakteur die Herausgabe der Kirchenzeitung „Saat“. Vom 1. September dieses Jahres an bis zu seinem Tod war er Superintendent in Niederösterreich, der am stärksten von der Diasporasituation geprägten Region Österreichs.

Als Nachfolger von Oberkirchenrat Jakob Wolfer stand er seit 1983 an der Spitze des Evangelischen Bundes in Österreich und förderte dessen Profil als selbstständiges und publizistisch tätiges Werk seiner Kirche. „Wir verlieren mit ihm einen Mann, der den Zusammenhalt der evangelischen Christen in Österreich auch durch sein großes Engagement für den Evangelischen Bund gestärkt hat“, sagt Gury Schneider-Ludorff, Professorin für Reformationsgeschichte an der Augustana-Hochschule in Neuendettelsau und Präsidentin des Evangelischen Bundes in Deutschland, „wir trauern mit den Gemeinden in Österreich und vor allem mit seiner Frau Marianne.“ Zahlreiche Fachtagungen und Fortbildungen wurden in enger Kooperation mit dem Evangelischen Bund in Hessen durchgeführt. Der Leiter des Konfessionskundlichen Instituts in Bensheim, Walter Fleischmann-Bisten, erklärte in einer ersten Würdigung des Verstorbenen, er trauere nicht nur um einen guten Freund und langjährigen Wegbegleiter, sondern auch um einen profilierten Ökumeniker: „Paul Weiland hat von seinen vielfachen Erfahrungen in der protestantischen Minderheit Österreichs wie von seinen internationalen Kontakten im Lutherischen Weltbund und als langjähriger Vorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises für Konfessionskunde in Europa die spannungsreiche Wechselwirkung von Diaspora und Ökumene nicht als Belastung gesehen, sondern als Chance für neue Formen partnerschaftlicher Zusammenarbeit gestaltet.“

Paul Weiland war bis zu seinem Tod der Präsident der Österreichischen Bibelgesellschaft und Obmann des Evangelischen Presseverbades in Österreich. 2009 wurde er mit dem Silbernen Komturkreuz mit Stern für die Verdienste um das Land Niederösterreich geehrt und erhielt 2012 das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.