Unser Vizepräsident, Dr. Sigurd Rink, hat sich für uns Gedenken zur Jahreslosung gemacht.

 

„Alles was ihr tut, geschehe in Liebe!“ (1. Korinther 16, Vers 14)

#ausLiebe: So hat die Diakonie in Deutschland, der soziale Dienst der Evangelischen Kirchen, ihre zentrale Botschaft im Jubiläumsjahr 175 Jahre Diakonie zusammengefasst.

#ausLiebe: So könnte der Apostel Paulus die Summe seines ethischen Denkens im zentralen 1. Korintherbrief zusammenfassen. Nach 16 langen Kapiteln, nach dem legendären „Hohen Lied der Liebe“ in 1. Korinther 13, kommt er elf Verse vor Schluss noch einmal auf das, was alles in einem Wort zusammenfasst:

„Alles was ihr tut, geschehe in Liebe!“. Ausrufezeichen.

#ausLiebe. Da geht es nicht um ein Verhalten im Einzelfall. Da geht es schon gar nicht um eine moralisch engstirnige Engführung. Sondern da geht es um eine grundlegende Haltung, ein Kleid, was sich ein Christenmensch anlegen und überziehen soll.

So, wie etwa der Kirchenvater Augustinus ein paar Jahrhunderte später sagen konnte: „Liebe – und tue, was Du willst.“

#ausLiebe: Das ist so etwas wie die Prüffrage, die sich ein Christ in den oft verwickelten und ambivalenten Grenz- und Entscheidungssituationen eines Lebens stellen soll. Aus welchem Grund, mit welcher Motivation handele ich jetzt so – oder anders? Was treibt mich an? Was ist mein Leitstern?

Und, oh ja: Da gibt es vieles, was einen leiten kann. Die Krimisendungen, die das Fernsehprogramm derzeit überfluten geben einem reiches Anschauungsmaterial. Ich kann Dinge aus Hass bewegen; aus Raffgier; aus „niederen Beweggründen“. Ich kann Dinge aus Machtstreben in Gang setzen, wie etwa die russische Föderation mit ihrem Angriffskrieg in der Ukraine. Mich kann Rache leiten, wie die Terroristen der Hamas im Gazastreifen.

#ausLiebe: Paulus entwickelt da ein Gegenbild. Tue ich das, was ich tue im Kern aus einer Haltung der Liebe heraus? Einer Nächstenliebe, einer Agape, die mich in allem führt und leitet? Wie er wenig vorher schreiben kann:

„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei: Aber die Liebe ist die Größte unter ihnen.“ (1. Korinther 13, 13)

Dabei muss mir als menschlichem Wesen und Christ klar sein, dass auch nicht alle Dinge, die ich aus Liebe tue, schlussendlich zum Besten gereichen. Ich mache Fehler. Ich lade Schuld auf mich. Ich bin unvollkommen, fragmentarisch.

Das habe ich kürzlich noch einmal eindrucksvoll künstlerisch erlebt.

Ich betrat mit unserem Chor, den „Embassy Singers“ die Residenz der US-amerikanischen Botschafterin, Amy Gutmann, in Berlin-Dahlem. Noch im Eingangsbereich sah ich in einen dunklen Spiegel. Die Leuchtschrift trat mir mit LED-Lampen entgegen: „Everyone is imperfect.“ Diese drei Worte haben mich in Kombination mit meinem Selbstbildnis im Spiegel richtig „geflasht“.

Denn sie nehmen Bezug auf Paulus im Hohen Lied der Liebe. So vorläufig, fehlerhaft, fragmentarisch, unwissend ich auch bin: Da steht die alles überwölbende Liebe Gottes, der auch mich, auch uns zu liebevollem Handeln drängt. Nicht zwingt. Drängt.

Was für ein Vor-Satz für 2024:

„Alles was ihr tut, geschehe in Liebe!“

#ausLiebe

 

Der Evangelische Bund wünscht Ihnen ein gesegnetes Jahr 2024!

SR

Ansprechpartner

Dr. Sigurd Rink
Stellvertretender Präsident des Evangelischen Bundes