Wissenschaft und Praxis haben ihren Ort im Evangelischen Bund

Verleihung des Albert-Pellens-Preises 2018 an theologischen Nachwuchs

Am 11. Mai 2019 hat der Landesverband Hannover im Gemeindehaus der Michaelisgemeinde in Hildesheim seinen Hochschulpreis für das Jahr 2018 verliehen.

In diesem Jahr gab es rekordverdächtige 21 Einsendungen. Erstmalig waren auch Vikarinnen und Vikare eingeladen, sich mit Ihren Arbeiten zum 2. Examen zu bewerben.

Der Generalsekretär des Evangelischen Bundes, Pastor Ulrich Noetzel, hob in seiner Laudatio die thematische Bandbreite der eingesendeten Arbeiten hervor, die fast die gesamte Kirchengeschichte, Altes und Neues Testament und die meisten praktischen Handlungsfelder von Kirche abdeckten:

So zeigt dieser Preis auch, wie sehr der Evangelische Bund sowohl im Lernen als auch im Leben der evangelischen Kirche verwurzelt ist. Beide, Wissenschaft und Praxis, haben ihren Ort im Evangelischen Bund.
Hochschulpreis Hannover

Die Preisträgerinnen des Albert-Pellens-Preises 2018: Kristina Wollnik-Hagen (Sonderpreis); Almut Wenck (Sonderpreis); Henrike Koch (1. Preis) – Johanna Antonia Jürgens und Theresa Rudolph konnten leider an der Preisverleihung nicht teilnehmen.

Den 1. Preis konnte die Vorsitzende des EB Hannover, Pastorin Tina Meyn, an Pastorin Henrike Koch überreichen für ihre Arbeit „Zwischen Universalität und Partikularität. Wie können wir in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers gemeinsam mit Gemeinden anderer Sprache und Herkunft Kirche sein?“

Der 2. Preis wurde Frau Johanna Antonia Jürgens verliehen, die anlässlich eines Studienjahres in Sibiu die Arbeit „Die Heiligenverehrung – Ein Stolperstein im ökumenischen Dialog zwischen Orthodoxie und Protestantismus?“ verfasste.

Statt eines dritten Preises wurden drei Sonderpreise vergeben: Theresa Rudolphs Arbeit „Der Differenzierte Konsens“ war an der päpstlichen Universität Gregoriana enstanden; Almut Wenck untersuchte den Beginn der ökumenischen Bewegung in ihrer Arbeit “Die Weltmissionskonferenz von Edinburgh 1910 und ihre Bedeutung für die Kirchengeschichte“ und Kristina Wollnik-Hagen befasste sich mit dem aktuellen Thema der Fresh Expressions in ihrer Arbeit: „Alter Wein in neuen Schläuchen?“ Das Konzept der Ladenkirche Ernst Langes und die deutsche „Fresh-Expressions-of-Church“-Bewegung. Ein kirchentheoretischer Vergleich.

Im Anschluss an die Preisverleihung machten sich einige der Teilnehmer unter der kundigen Leitung von Diakon Peter Leisegang auf den Weg und pilgerten auf dem neuen Stadtpilgerweg.

Das genaue Programm mit Zeit- und Ortsangaben, sowie allen eingereichten Arbeiten kann hier eingesehen werden.


Gelingende Ökumene braucht gründliche Theologie

Albert-Pellens-Preise 2017 an theologischen Nachwuchs verliehen

 

Hannover. Am Samstag, 23. September wurden die Albert-Pellens-Preise des Evangelischen Bundes (EB) Hannover verliehen. Mit diesem Hochschulpreis werden herausragende Studienarbeiten aus dem Bereich der Evangelischen Theologie gewürdigt, die das ökumenische Verständnis zwischen den Kirchen fördern und der Klärung der je eigenen konfessionellen Position dienen. Der Vorstand des Landesverbandes EB Hannover hatte dazu in die Begegnungsstätte der katholischen City-Arbeit [ka:punkt] in der Innenstadt eingeladen.
Neben der diesjährigen Preisträgerin und dem Preisträger, vielen Angehörigen und Freunden sowie zahlreichen Mitgliedern des EB nahm auch Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann an der Feier teil. Der leitende Geistliche betonte, dass evangelisches Profil und ökumenische Ausrichtung kirchlichen Handelns immer zusammengehörten. Für ihn sei die Veranstaltung im katholischen ka:punkt ein besonders schönes ökumenisches Ereignis:

»Bei der Verleihung der Albert-Pellens-Preise für den theologischen Nachwuchs bin ich sehr gerne dabei. Gerade weil damit Studierende ausgezeichnet werden, die sich mit dem Zusammenleben der christlichen Konfessionen auseinandersetzen.«

Über eine Auszeichnung, verbunden mit einem Preisgeld in Höhe von 500 Euro, konnte sich Lisa Lambers aus Osnabrück freuen. Die Lehramtsstudentin mit den Studienfächern Evangelische Theologie und Anglistik hatte ihre Bachelorarbeit einer altreformierten Katechismusauslegung aus der Zeit des Nationalsozialismus gewidmet. Motivation war ihre eigene konfessionelle Herkunft. Die angehende Lehrerin stammt aus einer altreformierten Kirchengemeinde in der Grafschaft Bentheim. So untersuchte Lambers anhand von Egbert Kolthoffs »Kurzer Erklärung des Heidelberger Katechismus« aus dem Jahr 1937 die Haltung der Evangelisch-altreformierten Kirche zum Nationalsozialismus.
Eine weitere Auszeichnung, dotiert mit 750 Euro, ging an Mathias Hartewieg. Der gebürtige Bad Harzburger hatte sich mit einer theologischen Hauptseminararbeit im Fach Historische Theologie beworben. Hartewieg, der jüngst das Erste Theologische Examen bestanden hat, analysierte Martin Luthers Verständnis der Bibel. Grundlage waren Quellen der Jahre 1520 bis 1525. Dabei zeigte sich, dass Luthers Schrifthermeneutik wesentlich von ihrem historischen Kontext und den theologischen wie kirchenpolitischen Entwicklungen der Zeit geprägt sei. Luther könne als »im besten Wortsinn radikaler biblischer Theologe« beschrieben werden. Seine Konzentration auf die Schrift als Maßstab theologischer Urteilsbildung sei dabei wegweisend für die evangelischen Kirchen und Theologien durch die Jahrhunderte geworden, fasste der Nachwuchstheologe zusammen.

Der Vorsitzende der Jury, Alexander Dölecke (Osnabrück), betonte in seiner Laudatio die Bedeutung der theologischen Wissenschaft:

»Wenn Ökumene wirklich gelingen soll, dann braucht es eine gründliche Theologie.«

Die ausgezeichneten Arbeiten seien hervorragende Beispiele, wie detailliertes Arbeiten an theologischen Quellen die Kenntnis der eigenen Konfession fördere und so die notwendigen Grundlagen für ein ökumenisches Gespräch auf Augenhöhe gelegt werden könnten.
Der Albert-Pellens-Preis wird seit 1991 verliehen. Er ist nach dem ehemaligen Superintendenten des Kirchenkreises Hameln-Pyrmont benannt. Pellens stand als langjähriger Vorsitzender des EB Hannover exemplarisch für eine tiefe Verbindung intensiver theologischer Arbeit und ökumenischer Begegnung.

 

Von links nach rechts: Alexander Dölecke, der Vorsitzende des Preiskomitees, Lisa Lambers (Preisträgerin), Mathias Hartewieg (Preisträger), TIna Meyn, Vorsitzende des EB Hannover.

 


„Evangelisch, ökumenisch, frisch!“

Informationsstand des Evangelischen Bundes Hannover auf der Synode der Hannoverschen Landeskirche im Mai 2017

 

Auch in diesem Jahr erhielten Mitglieder und Gäste der Maitagung der Landessynode in der Henriettenstiftung „frische Informationen“ über die Arbeit des Evangelischen Bundes Hannover. Am Büchertisch der Diasporawerke informierten Pastorin Anna Henken, Mitglied des EB Hannover, und die Vorsitzende Pastorin Tina Meyn über Projekte und Veranstaltungen. OLKR Rainer Kiefer, zu dessen Aufgabenbereich unter anderem Weltmission und Ökumene gehören, betonte:

„Die oft schnelle und unbürokratische Hilfe der Diasporawerke durch enge Kontakte machen auf eindrucksvolle Weise deutlich, was geschwisterliche Fürsorge und Unterstützung im Namen Jesu Christi bedeuten kann.“

 

OLKR Rainer Kiefer (Mitte) mit Pastorin Anna Henken (links) und der Vorsitzenden des EB Hannovers Pastorin Tina Meyn (rechts), Foto: Hellberg


“Wüste und Garten”

Predigthilfe zum Sonntag Invokavit

Der EB Hannover hat in Zusammenarbeit mit dem Haus Kirchlicher Dienste in Hannover eine Gottesdiensthilfe für den diesjährigen Diasporasonntag erstellt. Sie trägt den Titel „Wüste und Garten“ und enthält Materialien zum diesjährigen Predigttext, eine Bildmeditation sowie Gottesdienstelemente, die aus der deutschen evangelischen Gemeinde in Kairo stammen. Die Arbeitshilfe ist online auf der Webseite des HKD abrufbar.

Wüste und GartenIm Leben ist es nicht immer eindeutig, an welchem Ort ich mich gerade befinde. Bin ich im Garten, umgeben von sprudelnden Wasserquellen? Oder stehe ich in einem trockenen, lebensfeindlichen Gebiet? Liegt die Diaspora in der Wüste? Leben Christen und Christinnen in Mehrheitssituationen in einem grünenden Garten? Unsere Diasporaarbeit kann dort helfen, wo erschwerte Bedingungen herrschen. Sie kann helfen, Neues wachsen zu lassen. Dabei ist der Kontakt in die Partnergemeinden in keinem Fall ein einseitiges „Bewässern“ der Wüste. Denn dort, wo etwas aufblüht, duften die Blumen für alle! Oftmals entwickeln gerade Gemeinden in Diasporagebieten neue Ansätze für ihre Gemeindearbeit, die auch uns in unserer kirchlichen Situation bereichern können. Es lohnt sich also, in und mit der eigenen Gemeinde über den Tellerrand zu schauen. (Aus dem Vorwort)

 

Ansprechpartner

Ulrich Noetzel
Generalsekretär des Evangelischen Bundes / Geschäftsführer des EB Hannover

Telefon

05052.2284