Reformation feiern mit Beethoven

Mit diesem Gottesdienstheft für den Reformationstag 2020 soll der Versuch unternommen werden, einen anderen Akzent zu setzen. Gerade in den vergangenen Jahren war der Blick auf die Personen und verschiedene Aspekte der reformatorischen Bewegung fokussiert gewesen. Ludwig van Beethoven erblickte vor 250 Jahren in Bonn das Licht der Welt. Er war zeit seines Lebens Katholik, der in Christian Gottlob Neefe einen protestantischen Lehrer hatte. Ziel ist nicht, Beethoven zum Krypto-Protestanten zu machen, sondern von seinem Leben und Werk aus sich bei der Auslegung des Predigttextes und der Gottesdienstgestaltung anregen zu lassen.

In seinem künstlerischen Schaffen gibt es bedeutende kirchenmusikalische Werke, wie die Missa Solemnis, die Zeugnis seiner Frömmigkeit sind. Auch war die Musik Johann Sebastian Bachs ein Bezugspunkt für sein Schaffen. Bei Beethoven bricht sich das moderne Individuum endgültig Bahn. Vorbereitet wurde dies aber auch durch die Frage Luthers nach dem „für mich“ (pro me), das die Bedeutung des christlichen Glaubens für die/den Einzelne*n in den Vordergrund rückt.

In seinem Gottesdienstentwurf mit Predigt sieht Prof. Dr. Harald Schroeter-Wittke von der Universität Paderborn in den Liedern des Schriftsteller Christian Fürchtegott Gellert eine gute Brücke zwischen Reformation und Beethoven. Der Pfarrerssohn Gellert studierte selbst Evangelische Theologie und war stark von der Aufklärung beeinflusst. Seine Liedtext, die bis heute im Evangelischen Gesangbuch zu finden sind, haben offensichtlich auch Beethoven angesprochen.

Für Pfr. Dr. Detlev Prößdorf (Christuskirche Leverkusen) sind Beethoven und Luther durch ihr inneres Ringen miteinander im Gespräch. Seine Predigt ist als Themenpredigt konzipiert und macht ausgehend von der Vertonung der Schiller´schen Ode an die Freude in der Neunten Symphonie auf das Hoffnungsvolle beim rheinischen Wiener aufmerksam.

Der Vorsitzende des Evangelischen Bundes Rheinland, Dr. Richard Janus (Universität Paderborn), beleuchtet in seinem Beitrag das Leben und Werk Ludwig van Beethovens. Von Bonn führte ihn sein Lebensweg in die Metropole Wien, in der viele seiner Werke entstanden und aufgeführt wurden. Der Beethoven-Beauftragte des Kirchenkreises Bonn Pfr. Friedemann Schmidt-Eggert stellt in den Mittelpunkt seines Beitrags die Bezüge zu Protestanten und zeigt Berührungspunkte in Werken des Katholiken Beethoven auf. In beiden Beiträgen wird deutlich, wie Beethoven durch die Gedanken der Aufklärung auch im Hinblick auf Religion geprägt war.

Hier können Sie das Heft herunterladen: Reformation feiern mit Beethoven

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