Gefangennahme einer nächtlichen Täuferversammlung nahe Zürich 5.9.1574 aus Wickiana Bd. 12 Zentralbibliothek Zürich Ms. F 23 S.393-394

Hybrid-Tagung “Die Täufer – Fremdwahrnehmung und Selbstbilder im 16.–17. Jahrhundert” im Theologicum Tübingen

Herzliche Einladung an alle Interessierten zur Hybrid-Tagung vom 1. bis 3. Oktober 2021 mit Dr. Jonathan Reinert, PD Dr. Astrid von Schlachta und Prof. Dr. Andrea Strübind.

Das übergeordnete Ziel der Tagung ist es, die verstreute deutschsprachige Täuferforschung zur Frühen Neuzeit zu bündeln und ihr durch die Zuspitzung auf die Perspektive der Selbstbilder und der Fremdwahrnehmung neue Impulse zu verleihen. Dabei steht nicht die Frühzeit in den Regionen der Eidgenossenschaft und Mitteldeutschlands der 1520er Jahre im Fokus, die bereits gut erforscht ist. Vielmehr ist bewusst der Horizont sowohl zeitlich als auch regional weiter gespannt: Die Tagung führt durch die Zeit der Reformation und der Konfessionsbildung bis ans Ende des 17. Jahrhunderts und nimmt die europäische Ausstrahlung der Täuferbewegung und ihrer Netzwerke in den Blick.

Häufig stehen die Perspektive der Innensicht (Selbstbilder) und die Perspektive von außen (Fremdwahrnehmung) einander gegenüber. Der Tagung geht es darum, beide Perspektiven miteinander ins Gespräch zu bringen und aufeinander zu beziehen, ohne sie auf einer höheren Ebene miteinander zu verschmelzen zu suchen oder gegeneinander auszuspielen. Die wechselseitige Bezugnahme auf Selbstbilder und Fremdwahrnehmung stellt den gemeinsamen methodischen Zugriff aller Vorträge dar.

Häufig stehen die Perspektive der Innensicht (Selbstbilder) und die Perspektive von außen (Fremdwahrnehmung) einander gegenüber. Der Tagung geht es darum, beide Perspektiven miteinander ins Gespräch zu bringen und aufeinander zu beziehen, ohne sie auf einer höheren Ebene miteinander zu verschmelzen zu suchen oder gegeneinander auszuspielen. Die wechselseitige Bezugnahme auf Selbstbilder und Fremdwahrnehmung stellt den gemeinsamen methodischen Zugriff aller Vorträge dar.

Sie möchten gerne dabei sein?
Dr. Jonathan Reinert freut sich auf Ihre Anmeldung. Bitte geben Sie bei der Anmeldung neben Ihrem Namen auch an, ob Sie in Präsenz anwesend sein wöllten, sofern die Möglichkeit gegeben wäre. In jedem Fall werden Ihnen wenige Tage vor Veranstaltungsbeginn die Online-Zugangsdaten geschickt.

TN


Evangelischer Bund Württemberg verleiht Hochschulpreis 2020 in Korntal

Annina Völlmy aus der Schweiz und Anna Elisa Koch aus Dudenhofen wurde am Freitag der Hochschulpreis 2020 des Ev. Bundes in Württemberg für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten zum Thema „Judentum und Christentum“ aus der Hand des württembergischen Landesbischofs Dr. Otfrid July verliehen.

Da ist noch mehr als Luther – diesen Gewinn bringt die Lektüre der wissenschaftlichen Hausarbeit „Straßburger Reformatoren und das Judentum: Ein Vergleich zwischen Schriften Martin Bucers und Wolfgang Capitos“, die Anna Elisa Koch bei Prof. Martin Wallraff (LMU München) verfasst hat.

Im Fall von Wolfgang Capitos Hoseakommentar lohnt die aufwändige Befassung mit dem lateinischen Text: Anders als Bucer findet Capito den „semen electionis“ nicht allein unter den Gläubigen der Kirche, sondern auch unter Juden und Muslimen! Eine facettenreiche, vor allem tolerante Haltung zu Juden und Judentum lässt sich da entdecken – Impulse, die auch für heutige Gesprächskonstellationen fruchtbar zu machen wären.

Aus der Basler theologischen Fakultät stammt die Bachelor-Arbeit „Ihr seid – dem Vater nach – des Teufels.“ Annina Völlmy unternimmt mit dieser Arbeit (bei Prof. Moyses Mayordomo) die Suche nach einem verantwortungsvollen Umgang mit Joh 8,44 angesichts der Shoah. Es ist beeindruckend, wie nachdrücklich und überzeugend die Autorin die Versuche hinterfragt, die Theologie des Evangelisten vom Vorwurf des Antijudaismus zu entlasten. Denn zuerst und zuletzt haben wir den Text – alle Annahmen über die Bedingungen, unter denen Johannes sein Evangelium verfasst hat, bleiben spekulativ. Johannes 8,44 ist ein antijüdischer Text – das ist am Ende ihr Verständnis und man vermag ihr dabei zu folgen.

Wie damit umgehen? So sehr dieses Urteil auch schmerzen mag, die Autorin  findet einen eigenständigen und überzeugenden Ansatz: Diese Attribuierung muss der christlichen Gemeinde selbst und nicht „den Juden“ zugemutet werden – das ist für Völlmy „Ver-Antwort-ung“ vor dem Text, der uns doch Wort Gottes sein will. Diesem wird nämlich auf diese Weise, auch da kann man ihr leicht folgen, und gerade im Blick auf die Shoah im Fall von Joh 8,44 die absolute Gültigkeit nachhaltig bestritten.

In seiner Laudatio auf die Arbeit von Annina Völlmy, die schon ein Cello-Studium unter anderem in St. Petersburg absolviert hat, würdigte Bischof July auch die kompositorische Qualität dieser wissenschaftlichen Arbeit – erstaunlich außerdem, wie die Preisträgerin am Cello mit ihrem Partner Ilja Völlmy-Kudrjavtsev an der Orgel auch den Kirchenraum zum Klingen und so eine weitere Dimension zu Gehör brachten.

Während Anna Elisa Koch mittlerweile in Edinburgh an einer Dissertation auf dem Feld komparativer Theologie arbeitet, wird Annina Völlmy in Kürze das Vikariat in der Basler Kirche antreten – eine Rückkehr in die wissenschaftliche Theologie ist aber fest im Blick.

Es war erfreulich, dass zu diesem Thema insgesamt 10 Arbeiten eingereicht wurden. Und überzeugend ist die inhaltliche Güte der beiden von der Jury ausgezeichneten Arbeiten. Ob von den beiden Verfasserinnen noch zu hören sein wird? Es wäre nicht zum ersten Mal der Fall – was für die Qualität des Hochschulpreises spricht.

Wenn Sie neugierig geworden sind und für die Urlaubszeit etwas theologische Anregung suchen, finden Sie nachstehend die beiden Arbeiten zum Download.


 

#aufgetischt

Ins Gespräch kommen: entspannt, engagiert und kompetent unterstützt. Das möchten wir gemeinsam mit Ihnen und Euch. Wir: das sind die drei süddeutschen Landesverbände Baden, Württemberg und Bayern des Evangelischen Bundes.

#aufgetischt: digital, 1x pro Monat, immer am zweiten Donnerstag, ab 20 Uhr und zu einem aktuellen Thema. Nachdenk- und Gesprächshappen bieten wir an: verschieden vorbereitet, bunt gemischt, appetitlich angerichtet – und zugleich offen und mit Platz für eigene Beiträge und Gedanken. Am Ende werden alle satt – oder haben erst richtig Appetit bekommen durchs Diskutieren. Das ganze ist gedacht als eine Art digitaler Dämmerschoppen – machen Sie es sich also gemütlich auf Couch oder Schreibtischstuhl und nehmen Sie sich etwas zu Trinken oder zum Knabbern zur Hand.

Nach einer formlosen Anmeldung an aufgetischt@evangelischer-bund.de erhalten Sie rechtzeitig die Zugangsdaten.

Nächster Termin: 14. Oktober 2021

Zur Veranstaltung

 


Neue Vorsitzende gewählt

in seiner Sitzung im November hat der Vorstand des EB Württemberg Christina Krause zur neuen Vorsitzenden gewählt. Schon seit 2007 ist Christina Krause im Vorstand des EB Württemberg aktiv, war von 2009 bis 2015 Geschäftsführerin und seither stellvertretende Vorsitzende. Seit 2007 ist sie Mitglied im Redaktionsteam der Evangelischen Orientierung.

Christina Krause übernimmt die Aufgabe der Vorsitzenden von Dekan Winfried Speck, der dieses Amt mit seinem Eintritt in den Ruhestand niedergelegt hatte.

“Mich begeistert an der Arbeit im Evangelischen Bund das Miteinander und theologische Nachdenken über Altersgrenzen, Positionen oder kirchenpolitische Zugehörigkeiten hinweg. Zu wissen, warum ich evangelisch bin – und zugleich nicht ohne die Ökumene zu können. Der letzte unserer 2019 neu formulierten Leitsätze fasst es für mich treffend zusammen: den evangelischen Glauben leben und verstehen wollen.” So beschreibt Christina Krause ihr Engagement im Evangelischen Bund.

Christina Krause ist Studienrätin und Pfarrerin und unterrichtet Religion an einem Beruflichen Schulzentrum in Sindelfingen. Zusätzlich ist sie seit 2014 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin ans EIBOR (Evangelisches Institut für Berufsorientierte Religionspädagogik) in Tübingen abgeordnet.

Sie ist verheiratet und hat drei Kinder im Kita- und Grundschulalter.

 


Neue Leitsätze des EB Württemberg

Der Vorstand des Evangelischen Bundes Württemberg hat sechs Leitsätze erarbeitet, wie der Evangelische Bund Württemberg sich selbst und seine Arbeit versteht.

Zu den Leitsätzen

 

 


Sie wollen Mitglied werden?

Bitte hier klicken!


Ansprechpartner

Dr. Jonathan Reinert
Geschäftsführer des Evangelischen Bundes Württemberg