Leitsätze des Evangelischen Bundes Württemberg

1. Der Evangelische Bund Württemberg ist evangelisch und ökumenisch.
Das Motto „evangelisch und ökumenisch“ teilen wir mit allen Landesverbänden des Evangelischen Bundes. Wir sind gern und bewusst evangelisch – und dies in der doppelten Verwendung des Wortes: Im konfessionellen Sinn stehen wir in der Tradition der reformatorischen Kirchen, im wörtlichen Sinn orientieren wir uns im Denken und Handeln am Evangelium Jesu Christi. Daraus ergibt sich die innere Verbindung zum ökumenischen Interesse des Vereins: Im Austausch mit Christinnen und Christen anderer Konfessionen lernen wir den Reichtum sowie die Grenzen sowohl der eigenen als auch der anderen Traditionen kennen und entdecken in all dem das einende Band des Evangeliums.

 

2. Der Evangelische Bund Württemberg reflektiert theologische Fragen und christliches Handeln in wissenschaftlicher und kirchlicher Verantwortung.
Unsere Absicht ist es, die Diskurse in den Räumen von Kirche und Universität aufeinander hin zu öffnen. Als besonders gewinnbringend erleben wir, wenn Menschen über Hierarchien und Altersgrenzen hinweg miteinander ins Gespräch kommen. Aus verschiedenen universitären und kirchlichen Ebenen kommend arbeiten wir kollegial, sachorientiert und unkompliziert zusammen: Studierende, Doktorandinnen und Professoren, interessierte Gemeindeglieder und Vikare, Pfarrerinnen, Dekane und Prälatinnen. Deshalb achten wir darauf, dass auch der Vorstand entsprechend vielfältig besetzt ist.

 

3. Der Evangelische Bund Württemberg setzt sich aus evangelischer Perspektive sowohl mit grundsätzlichen Fragen der Ökumene und Konfessionskunde auseinander als auch mit tagesaktuellen Themen.
Wir sehen nach wie vor – gerade im Blick auf das Ziel einer tragfähigen Ökumene – den Bedarf an fundierter Kenntnis der verschiedenen christlichen Konfessionen und Denominationen. Hierfür greifen wir auf die Expertise des Konfessionskundlichen Institut des Evangelischen Bundes in Bensheim zurück und arbeiten wir eng mit dessen Fachreferentinnen und -referenten zusammen. Darüber hinaus widmen wir uns aktuellen Themen. Unsere Veranstaltungsformate reichen von Studien- und Begegnungstagen über Vorträge und Exkursionen bis zu Diskussionsforen und Onlineaktionen. Themenspezifisch kooperieren wir mit anderen Vereinen und Institutionen, wie z.B. dem Arbeitskreis Orthodoxie der Württembergischen Landeskirche oder dem Gustav-Adolf-Werk.

 

4. Der Evangelischen Bund Württemberg ermöglicht Begegnungen und regt zur theologischen Auseinandersetzung an.
Gründliche theologische Arbeit und reale Begegnungen bedingen und bereichern einander auf dem Gebiet der Ökumene. Aus dieser Erkenntnis sind unsere Studien- und Begegnungstage entstanden, die sich mit Geschichte und Gegenwart einer Konfession befassen und mit einer Gemeinde dieser Konfession vor Ort veranstaltet werden, zum Beispiel mit Methodisten, Anglikanern, Orthodoxen und Mennoniten.

 

5. Der Evangelische Bund Württemberg fördert den theologischen Nachwuchs und setzt sich für die Verankerung ökumenischer und konfessionskundlicher Themen in der theologischen Ausbildung ein.
Als ein Schwerpunkt unserer Arbeit hat sich die Förderung junger Theologinnen und Theologen herausgebildet. Jährlich wird der mit 1000 € dotierte Hochschulpreis für herausragende Arbeiten zu einem Jahresthema ausgeschrieben. Zudem haben sich die Frühjahrsstudientage im Evangelischen Stift in Tübingen zu wechselnden Themen und unter Einbeziehung von Studierenden etabliert. Gerade auch bei jungen Menschen wollen wir das Interesse an unseren Kernthemen Konfessionskunde und Ökumene wecken und deren gegenwärtige Relevanz aufzeigen.

 

6. Im Evangelischen Bund Württemberg sind alle herzlich willkommen, die ihren evangelischen Glauben leben und verstehen wollen.
Der Evangelische Bund Württemberg ist auf dem Gebiet der Evangelischen Landeskirche in Württemberg aktiv. Als eigenständiger Verein arbeiten wir jenseits kirchenpolitischer Zugehörigkeit und sind offen für die Vielstimmigkeit, die diese Landeskirche von Beginn an geprägt hat. Wir laden dazu ein, den eigenen evangelischen Glauben im Horizont der Vielfalt des Christentums besser zu verstehen und mit Freude zu leben.

 

Ein Verein mit wechselvoller Geschichte
Gegründet 1886 als Verband „zur Wahrung deutsch-protestantischer Interessen“, wollte er die unterschiedlichen reformatorischen Kirchen im Gegenüber zur römisch-katholischen Kirche verbinden. In der Zeit des Nationalsozialismus spiegelten sich auch im Evangelischen Bund die Richtungskämpfe, die innerhalb der evangelischen Landeskirchen ausgetragen wurden. Im Zuge des ökumenischen Aufbruchs nach dem Zweiten Weltkrieg, zu dem das Zweite Vatikanische Konzil wesentlich beigetragen hat, änderte sich die Ausrichtung des Vereins: Unter Fortführung des konfessionskundlichen Interesses, das durch die Gründung des Konfessionskundlichen Instituts Bensheim intensiviert und auf eine professionelle Grundlage gestellt wurde, forciert der Verein seither ökumenische Anliegen, ohne sein evangelisches Profil aufzugeben.

 

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Bei weiteren Fragen zum Verein dürfen Sie sich gerne an die Geschäftsstelle wenden.

 

 


Vorstand des Evangelischen Bundes Württemberg

Vorsitzender: Dekan Winfried Speck, Ludwigsburg
Stellv. Vorsitzende: Christina Krause, Herrenberg
Geschäftsführer: Jonathan Reinert, Tübingen
Schatzmeisterin: Susanne Dengel, Stuttgart.

weitere Vorstandsmitglieder: Pfarrerin Andrea Aippersbach, Stuttgart, Vikar Jonas Frank, Pfarrer Dr. Martin Hauff, Langenau,  Ludwigsburg, Prof. Dr. Volker Leppin, Tübingen, Schuldekan Dr. Andreas Löw, Ludwigsburg, Pfarrerin Dr. Susanne Schenk,  Tübingen, Pfarrerin Gesine Traversari, Neresheim und Prälatin Gabriele Wulz, Ulm.