Schaukasten vor Gebäude mit blühendem Baum und Himmel

Das Wolfgang-Sucker-Haus in Bensheim

Der Evangelische Bund ist ein freier Zusammenschluss verantwortungsbewusster evangelischer Christinnen und Christen. Gemeinsam mit allen evangelischen Kirchen bemüht er sich, aus dem Geist der Reformation die befreiende Kraft des Evangeliums in allen Bereichen des Lebens zu bezeugen. Die Mitglieder des Evangelischen Bundes stärken sich darin untereinander und schaffen Gelegenheiten dies in Gottesdiensten, Seminaren und durch aktive Zeitgenossenschaft zu tun. Der Evangelische Bund ruft zu evangelischer Selbstbesinnung auf und will zur Klärung der Frage beitragen, was heute evangelisch ist. Er meldet auch Widerspruch an, wo immer eine Ideologie oder ein System absolute Geltung fordert, Hoffnungen missbraucht oder zu Unmenschlichkeit verführt.

Der Evangelische Bund bejaht die Vielfalt der Kirchen. Er tritt für mehr Einigkeit zwischen lutherischen, reformierten und unierten Kirchen sowie mit den Freikirchen ein und ist für mehr ökumenische Gemeinschaft mit römisch-katholischen und orthodoxen Christinnen und Christen. Der Evangelische Bund fördert durch Information und Austausch ein besseres ökumenisches Miteinander als Christen durch besseres gegenseitiges Verständnis. Die gegenseitige Anerkennung als Kirche soll sich in gemeinsamen Gottesdiensten und im gemeinsamen Zeugnis und Dienst in der Welt dokumentieren. Die Grundsätze des Evangelischen Bundes können Sie hier nachlesen. Die Satzung des Vereins finden Sie hier zum Nachlesen.

Dazu dient auch die Arbeit des Konfessionskundlichen Instituts in Bensheim, das vom Evangelischen Bund getragen wird und als konfessionskundliches Arbeitswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) von dieser und einigen Landeskirchen finanziert wird.

Vortrag von Prof. Dr. Gury Schneider-Ludorff 2011

Vortrag von Prof. Dr. Gury Schneider-Ludorff 2011

„Der Evangelische Bund ist ein starkes Stück Evangelische Kirche in ökumenischer Verantwortung.“
Prof. Dr. Gury Schneider-Ludorff, Präsidentin des Evangelischen Bundes

Der Evangelische Bund veröffentlicht vierteljährlich für seine Mitglieder die Zeitschrift Evangelische Orientierung.


Evangelisch und ökumenisch

Die Grundsätze des Evangelischen Bundes vom 22. September 1993

Evangelische Einheit:

In der Einigung des Protestantismus sehen wir eine vorrangige Aufgabe.

Wir bejahen die Vielfalt reformatorischer Kirchen, welche aus evangelischer Freiheit erwachsen sind, aber wir finden uns mit ihrem gegenwärtigen Nebeneinander nicht ab. Wir halten es für nötig, daß sich die evangelischen Kirchen auf der Basis eines gemeinsamen Verständnisses des Evangeliums gegenseitig voll anerkennen. Eine einheitliche Institution oder Union muß nicht das Ziel sein. Jedoch sollte die in der Leuenberger Konkordie 1973 vereinbarte „Zeugnis- und Dienstgemeinschaft“ der evangelischen Kirchen in Europa in einer synodalen Struktur verwirklicht werden. Wir pflegen die Gemeinschaft mit den evangelischen Minderheitskirchen in Europa und treten für eine Kirchengemeinschaft mit evangelischen Freikirchen und mit der Anglikanischen Kirche ein. Als Evangelischer Bund haben wir teil an aktuellen innerkirchlichen Auseinandersetzungen und suchen sie durch gemeinsame theologische Arbeit auf den verschiedenen Ebenen kirchlichen Lebens zu klären.

Ökumenische Einheit:

Wir arbeiten für eine wachsende Gemeinschaft der Christen und Kirchen.

Wir sehen das Ziel des ökumenischen Dialogs in einer versöhnten Verschiedenheit orthodoxer, katholischer und evangelischer Kirchen, nicht in einer Verwaltungseinheit oder Welteinheitskirche. Wir unterstützen nach Kräften die ökumenische Zusammenarbeit in den Ortsgemeinden, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, die Konferenz Europäischer Kirchen und den Ökumenischen Rat der Kirchen. In der evangelisch-katholischen Ökumene bejahen wir eine Gemeinschaft mit, aber nicht unter dem Papst. Die gegenseitige Anerkennung als Kirchen soll sich in gemeinsamen Gottesdiensten und gemeinsamem Zeugnis und Dienst in der Welt bekunden. Wir wirken Missverständnissen, Vorurteilen und Kirchengesetzen entgegen, welche die ökumenische Gemeinschaft in Familien, Gottesdiensten und kirchlicher Arbeit in der Welt erschweren oder verhindern. Jenseits von utopischem Enthusiasmus und lähmender Resignation treten wir für eine nüchterne und beharrliche ökumenische Arbeit ein.