@Tanja Noé

Dr. Mario Fischer ist seit 1. Mai 2026 Leiter unseres Konfessionskundlichen Instituts und Catholica-Referent. Für uns Anlass mit ihm zurückzuschauen auf seine ersten 100 Tage im Wolfgang-Sucker-Haus und einen Ausblick in die Zukunft zu wagen.

Was sind die nächsten Schritte und Themen, die anstehen?
Zunächst geht es darum, gemeinsam mit dem Team Schwerpunkte für die kommenden Jahre zu entwickeln und zu überlegen, wie wir die Arbeit des Instituts weiter profilieren können. Mir ist wichtig, dass wir stärker sichtbar machen, warum konfessionskundliche Kompetenz heute gesellschaftlich relevant ist. Dabei geht es nicht nur um innerkirchliche Fragen, sondern auch um gesellschaftliche Entwicklungen, die ohne
religiöses Hintergrundwissen oft kaum zu verstehen sind.
Ein weiterer Schwerpunkt wird sein, neue Zielgruppen anzusprechen – etwa Journalistinnen und Journalisten, gesellschaftliche Entscheidungsträger:innen oder Menschen in Institutionen wie Polizei und Verwaltung, die in ihrem Alltag zunehmend mit religiösen Fragestellungen konfrontiert sind. Außerdem möchte ich das Institut noch stärker als offenen
Begegnungsort etablieren. Menschen sollen gerne nach Bensheim kommen können – sei es mit Gemeindegruppen, Pfarrkonventen oder zu Fortbildungstagen.

Wie wollen Sie das KI in die Zukunft führen?
Ich wünsche mir, dass das Konfessionskundliche Institut künftig noch stärker als theologischer Thinktank wahrgenommen wird – als Ort, an dem religiöse und konfessionelle Entwicklungen analysiert und gesellschaftlich eingeordnet werden. Die Konfessionskunde hat sich stark verändert. Früher ging es vor allem darum, dass evangelische und katholische Christen überhaupt sprachfähig miteinander wurden. Heute
leben wir in einer säkularen Gesellschaft, gleichzeitig spielen religiöse Fragen gesellschaftlich und politisch weiterhin eine wichtige Rolle.
Das zeigt sich etwa bei internationalen Konflikten, aber auch bei gesellschaftlichen Debatten oder innerkirchlichen Entwicklungen. Deshalb müssen wir stärker vermitteln, warum religiöse Kompetenz heute wichtig ist.

Sie sind dem Evangelischen Bund seit langem verbunden. Was schätzen Sie an ihm?
Ich schätze am Evangelischen Bund besonders die Verbindung von theologischer Klarheit, ökumenischer Offenheit und persönlichem Engagement. Der Bund war für mich immer ein Ort, an dem wissenschaftliche Arbeit nicht nur akademisch betrieben wurde, sondern mit konkreten kirchlichen und gesellschaftlichen Fragen verbunden blieb. Gleichzeitig gibt es dort eine große Offenheit für Diskussion und Austausch. Besonders wertvoll finde ich auch, dass der Evangelische Bund Menschen zusammenbringt, die sich mit großer Leidenschaft für ökumenische Verständigung und konfessionskundliche Bildung einsetzen. Dieses Engagement trägt die Arbeit des Instituts bis heute.

Das vollständige Interview von Britta Jagusch mit Dr. Mario Fischer gerne zum Nachlesen.

BJ/TN

 

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