Mein Name ist Almut ich bin 35 Jahre alt und Pfarrerin. Gemeinsam mit meiner Familie lebe ich seit einem Jahr in Chile, der Heimat meines Manns.
Wir sind Teil der lutherischen Kirche am Llanquihue-See, einer malerischen Region an den Toren zu Patagonien, in der vor 150 Jahren viele deutsche Auswanderer eine neue Heimat gefunden haben. Darum gibt es hier, im katholischen Chile, eine größere lutherische Gemeinde. Viele der Mitglieder haben deutsche Wurzeln und in den spanischsprachigen Gottesdiensten wird immer noch das Vaterunser auf Deutsch gebetet.

Neu für mich ist Weihnachten im Sommer. An die Stelle der heimeligen Adventszeit mit Kerzen, Punsch und Gebäck rückt die Vorfreude auf die Sommerferien. Mit Weihnachten endet das Schuljahr und die Familien freuen sich auf Urlaubstage am Strand.

Mein liebster Weihnachtsbrauch aus Chile ist der Heiligabend „vor der Haustür“.
Weil es lange hell ist und die Abende lauschig warm, geht man abends nach der Bescherung auf die Straße und feiert mit den Nachbarn. Die Erwachsenen stoßen mit dem traditionellen Weihnachtscocktail „Cola de Mono“, einem Kaffeelikör, an. Die Kinder bringen die ausgepackten Geschenke mit, es wird Fußball gespielt, oder Fahrradfahren geübt. So ist hier am Heiligabend eine ausgelassene Feststimmung wie auf einer Geburtstagfeier, passend zur Freude über das neugeborene Kind in der Krippe!

AK/TN