Der Präsident des Evangelischen Bundes, Dr. h.c. Christian Schad, äußert sich in seiner aktuellen Stellungnahme “In christlicher Solidarität mit Syrerinnen und Syrern verbunden” zu den Ereignissen in Syrien.

Mit dem Sturz Baschar al-Assads geht in Syrien eine 54 Jahre währende Diktatur zu Ende. Inmitten der Freude über die Befreiung von Unterdrückung und Terror machen sich aber auch Sorgen breit. Vor allem die religiösen und ethnischen Minderheiten in Syrien – Christen, Drusen und Kurden – bangen weiter um ihre Zukunft.

Obwohl Christinnen und Christen seit den Zeiten des Neuen Testaments in Syrien beheimatet sind, sind sie seit Jahrzehnten Opfer von Verfolgung und Gräueltaten. Viele wurden ermordet, viele sind geflohen. Nur noch circa 300.000 syrische Christinnen und Christen leben in ihrem Land. Gemeinsam mit anderen hoffen sie jetzt auf Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit und setzen sich ein für eine Gesellschaft, in der die Würde jedes und jeder Einzelnen – unabhängig von religiöser Zugehörigkeit, Ethnie und politischer Überzeugung – geachtet wird und die Menschenrechte für alle zum Zug kommen.

Ob freilich Frieden und Freiheit sowie eine demokratische Rechtsordnung dauerhaft in Syrien einkehren, lässt sich aufgrund der unübersichtlichen Situation, nicht zuletzt bedingt durch die Vielzahl ganz unterschiedlicher Akteure und Interessen, gegenwärtig noch nicht sagen. Schon aus diesem Grund ist die hie und da auch in unserem Land vernehmbare Forderung nach Rückkehr bzw. Rückführung syrischer Flüchtlinge völlig unangemessen.

Vielmehr sind jetzt humanitäre Hilfe sowie die Unterstützung beim Wiederaufbau der Infrastruktur des Landes das Gebot der Stunde.

Sind wir auch als Kirchen mit den Syrerinnen und Syrern solidarisch und beten wir mit ihnen und für sie, dass sie alsbald ein Leben in Frieden, Freiheit und in gerechten Verhältnissen zu führen in der Lage sind.

CS/TN

Ansprechpartner

Dr. h.c. Christian Schad
Präsident Evangelischer Bund e.V.