Dr. h.c. Schad und Prof. Heckel am 10.6.2026 an der Uni Tübingen

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Auch im Sommersemester 2026 hat der Präsident des Evangelischen Bundes, Kirchenpräsident i.R. Dr. h.c. Christian Schad, den Kontakt zu Studierenden gesucht – auch, um ihnen die ökumenische Arbeit des Evangelischen Bundes und seines Konfessionskundlichen Instituts in Bensheim nahezubringen.

Am 10. Juni dieses Jahres war er Gast des Seminars der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen. Der Neutestamentler Professor Ulrich Heckel, ehemaliges Mitglied des Kuratoriums des Konfessionskundlichen Instituts, hat Präsident Schad eingeladen, zum Thema „Taufe und Abendmahl in ökumenischer Perspektive“ vorzutragen.

Die Taufe, so Christian Schad, werde zwar in einer Konfessionskirche vollzogen, gliedere nach Paulus aber ein in den „Leib Christi“, also in die universale Gemeinschaft der Christinnen und Christen. „Die Taufe“, so sagt es das Zweite Vatikanische Konzil, „begründet … ein  sakramentales Band der Einheit zwischen allen, die durch sie wiedergeboren sind.“
Während wir einmal und unwiderruflich in der Taufe in den Leib Christi eingegliedert worden sind, so wird dieser Leib, diese Gemeinschaft der an Christus Glaubenden, erhalten und immer neu ernährt durch die Teilnahme am Mahl des Herrn (vgl. 1. Korinther 10, 16f.). In der Taufe, mit der ein Leben im Glauben, in der Nachfolge Jesu, verbunden ist, ein sakramentales Band der Einheit zwischen allen Christinnen und Christen zu sehen – gleichzeitig aber Getaufte von der Feier des Abendmahls, die als Feier der Kommunion mit Christus und untereinander zur Praxis des Glaubens wesentlich hinzugehört, auszuschließen, ist, so Schad, ein eklatanter Selbstwiderspruch.
Ziel aller ökumenischer Bemühungen sei daher die sichtbare Einheit der Kirche Jesu Christi als vielfältig gestalteter Gemeinschaft in einem Glauben und am Tisch des Herrn.

Aufgrund der bereits gegebenen Kirchengemeinschaft etwa zwischen Protestanten und römisch-katholischen Christinnen und Christen, auch wegen der im ökumenischen Dialog erreichten Konvergenzen im Abendmahls- und Amtsverständnis, sei die Praxis wechselseitiger eucharistischer Gastfreundschaft das Gebot der Stunde. Also dies, dass einzelne getaufte Christen wechselseitig zur Feier von Abendmahl/Eucharistie in den liturgischen Formen der jeweils anderen Konfession hinzutreten dürfen. Eucharistische Gastfreundschaft, so Christian Schad, markiert mithin einen ersten Schritt, der die weitere Suche nach der Gestalt umfassender Einheit der Kirche einschließt. Sie sei wirksames Mittel und Wegzehrung auf dem Weg hin zu uneingeschränkter Kirchen- und Eucharistiegemeinschaft, eine Quelle der Hoffnung auf dem Weg zu dem von Gott gewünschten Ziel: der vollen, sichtbaren Einheit der Kirche.

Am Ende des außerordentlich konstruktiv verlaufenen Austauschs haben Ulrich Heckel und Christian Schad vereinbart, die Zusammenarbeit auch in kommenden Studiensemestern fortzusetzen.

CS/TN

Ansprechpartner

Dr. h.c. Christian Schad
Präsident Evangelischer Bund e.V.