Höhepunkt der Romreise, die der Präsident des Evangelischen Bundes, Kirchenpräsident i.R. Dr. h.c. Christian Schad, gemeinsam mit dem langjährigen Catholica-Referenten des Konfessionskundlichen Instituts in Bensheim, Pfarrer i.R. Martin Bräuer D.D., zurzeit unternimmt, ist am Sonntag, dem 25. Januar 2026, der Abschluss der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen gewesen. Aus diesem Anlass fand in der Basilika St. Paul vor den Mauern ein Vespergottesdienst mit Papst Leo XIV. statt.
In seiner Predigt betonte der Papst: „Wir sind eins! Wir sind es bereits! Erkennen wir es an, erleben wir es, bekunden wir es!“ Es sei die gemeinsame Aufgabe aller Christen, die Welt in Demut und mit Freude auf Christus hinzuweisen und sich von seinem Licht erleuchten zu lassen. Ökumene sei der gemeinsame Weg der Christusnachfolge: im wechselseitigen Verständnis für die jeweiligen konfessionellen Traditionen sowie die synodalen kirchlichen Strukturen. Dabei verwies er auch auf das Jahr 2033, in dem eine gemeinsame christliche Pilgerfahrt nach Jerusalem angedacht ist, um in ökumenischer Verbundenheit weltweit an Jesu Tod und Auferstehung vor dann 2.000 Jahren zu erinnern.
In diesem Gottesdienst kam es auch zur Begegnung mit Pfarrer Dr. Michael Jonas von der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde in Rom und dem Stellvertretenden Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes für ökumenische Beziehungen, Pfarrer Dr. Dirk Lange. Sie waren zusammen mit Christian Schad und Martin Bräuer offiziell vom vatikanischen Dikasterium zur Förderung der Einheit der Christen eingeladene evangelische Teilnehmende an der Vesper mit dem Papst.
Am Tag darauf trafen sich Schad und Bräuer zunächst mit Prälat Professor Dr. Markus Graulich, Kirchenjurist in leitender Position im Dikasterium für die Gesetzestexte. Im Zentrum dieses Austauschs stand der „Synodale Weg“ der katholischen Kirche in Deutschland. Ende Januar 2026 wird in Stuttgart die letzte Synodalversammlung stattfinden; danach ist eine „Synodalkonferenz“ geplant, ein Gremium von Bischöfen und Laien, das die Ergebnisse des Synodalen Wegs verstetigen und weiterentwickeln soll. Allerdings muss dessen Satzung zuvor noch von Rom durch eine sogenannte Recognitio anerkannt werden. Bei diesem Verfahren ist von rechtlicher Seite u.a. auch Markus Graulich beteiligt.
Im Mittelpunkt der sich anschließenden Gespräche von Christian Schad und Martin Bräuer in der Päpstlichen Universität Gregoriana stand die Vorbereitung einer ökumenischen Studienfahrt von drei Theologieprofessoren und 12 Theologiestudierenden nach Deutschland. Für den 11. Februar 2026 ist in diesem Kontext ein Besuch der römischen Delegation im Konfessionskundlichen Institut in Bensheim geplant. Im Austausch mit dem Dekan der Theologischen Fakultät der Gregoriana, dem Systematischen Theologen Amaury Begasse de Dhaem, dem Professor für Liturgie und Ökumenische Studien, Keith Pecklers, und Sergio Bonanni, Professor für Dogmatische Theologie der Mission, kamen aktuelle Herausforderungen in den Beziehungen der christlichen Konfessionen untereinander zur Sprache, die auch während des Studientags in Bensheim thematisiert werden sollen.
Die intensive Kontaktpflege in Rom zeigte ein weiteres Mal, wie wertvoll gerade in der Ökumene persönliche Begegnungen sind. Sie werden der zukünftigen Arbeit im Evangelischen Bund und seinem Konfessionskundlichen Institut in Bensheim zugutekommen.
CS/TN



